Gedanken und Gedichte

Die Kreatur soll nicht vom Mensch gemessen werden.

In einer Welt älter und vervollständigter als die unsere, bewegen sie sich

vervollständigt und komplett.

Begabt mit erweiterten Sinnen die wir schon lange verloren - wenn wir sie überhaupt

je haben besessen - leben sie nach Stimmen die wir nie werden hören.

Sie sind nicht Brüder noch unser Untertan;

Sie sind Nationen, mit uns gefangen im Netz des Lebens und der Zeit

in der Herrlichkeit und Pein der Erde.

Henry Beston

 

Heldisches Leben

Ein Held ist, wer einer großen Sache so dient,

daß seine Person dabei gar nicht in Frage kommt.

Friederich Nietzsche

 

Es ist nicht damit getan, sittliche Forderungen aufzustellen,

sondern man muß sie an sich selbst vollstrecken, um ihnen Leben zu geben.

Walter Flex

 

Noch sind wir nicht verloren, noch sind wir zu retten, aber nur durch uns selbst.

Willie Jahn

 

Was man nicht aufgibt, hat man nicht verloren.

Friedrich von Schiller

 

Du mußt steigen oder sinken,

du mußt herrschen und gewinnen

oder dienen und verlieren, Hammer oder Amboß sein.

Johann Wolfgang von Goethe

 

Was noch zu leisten ist, das bedenke, was du schon geleistest hast, das vergiß.

Marie von Ebner-Eschenbach

 

Ehre

Versprich nie, was du nicht sicher hältst! Du dienst niemandem mit einem

gegebenen, sondern nur mit einem gehaltenen Versprechen.

Anonym

 

Wer in sich Ehre hat, der sucht sie nicht von außen. Suchst du sie in der Welt,

so hast du sie noch draußen.

Angelus Silesius

 

Rein bleiben und reif werden - das ist die schönste und schwerste Lebenskunst.

Walter Flex

 

Treue schenken ist Tugend, Treue erfahren ist Ehre.

Marie von Ebner-Eschenbach

 

Treue

Man könnte den Menschen zum halben Gott machen, wenn man ihn durch Erziehung

alle Furcht zu nehmen suchte. Nichts in der Welt kann den Menschen sonst

unglücklich machen, als bloß und allein die Furcht.

Friedrich von Schiller

 

Furcht tut nichts Gutes. Drum muß man frei und mutig sein in allen Dingen und fest steh'n.

Martin Luther

 

Pflicht

In der Hingabe des eigenen Lebens für die Existenz der Gemeinschaft liegt die Krönung

allen Opfersinns. Gerade unsere deustche Sprache aber besitzt ein Wort, das in

herrlicher Weise das Handeln nach diesem Sinn bezeichnet: Pflichterfüllung.

Das heißt, nicht für sich selbst zu genügen, sondern der Allgemeinheit dienen. Dies ist Pflicht.

Ernst Moritz Arndt

 

Ich habe den Gauben , daß wir nicht geboren sind, um glücklich zu sein, sondern um unsere

Pflicht zu tun; und wir wollen uns segnen, wenn wir wissen wo unsere Pflicht ist.

Friedrich Nietzsche

 

Tu deine Pflicht so lange, bis sie deine Freude wird.

Marie von Ebner Eschenbach

 

Du mußt jeden Tag auch deinen Feldzug gegen dich selbst führen.

Friedrich Nietzsche

 

Wer mit dem Leben spielt, kommt nie zurecht.

Wer sich nicht selbst befiehlt, bleibt immer Knecht.

Johann Wolfgang von Goethe

 

Alle Kraft der Menschen wird erworben durch Kampf mit sich selbst

und seiner Überwindung seiner selbst.

Friedrich Fichte

 

Was mich nicht umbright, macht mich stärker.

Friedrich Nietzsche

 

Der Mensch, der Gewalt über sich hat und sich behauptet,

leistet das Schwerste und Größte.

Johann Wolfgang von Goethe

 

Wir werden vom Schicksal hart oder weich geklopft;

es kommt nur auf das Material an.

Marie von Ebner-Eschenbach

 

Alle Mängel im menschlichen Leben sind keine Veranlassung zu weinerlichen Klage, sondern eine Aufgabe.

Lagarde

 

Feiger Gedanken bängliches Schwanken, weibliches Klagen, ängstliches Zagen

wendet kein Elend, macht dich nicht frei!

Allen Gewalten zum Trotz sich erhalten, nimmer sich beugen,

kräftig sich zeigen, ruftet die Arme der Götter herbei.

Johann Wolfgang von Goethe

 

Freiheit

Frei ist nicht der, wer tun kann was er will, sondern wer werden kann, was er will.

Frei ist, wer seinem anerschaffenen Lebensprinzipe zu folgen imstande ist. Frei ist,

wer die von Gott in ihm gelegte Idee erkennt und zu voller Wirksamkeit verstattet und entwickelt.

Lagrade

 

Macht ist Pflicht, Freiheit ist Verantwortlichkeit.

Marie von Ebner-Eschenbach

 

Die wahre Freiheit ist nichts anderes als Gerechtigkeit.

Seume

 

Nichts das macht frei, daß wir nicht über uns erkennen wollen,

sondern eben, daß wir etwas verehren, das über uns ist.

Johann Wolfgang von Goethe

 

Wer sich nicht befehlen kann, der soll gehorchen.

Friedrich Nietzsche

 

Das Muß ist hart, aber beim Muß allein kann der Mensch zeigen,

wie's inwendig mit ihm steht. Willkürlich leben kann jeder.

Johann Wolfgang von Goethe

 

So weit deine Selbstbeherrschung geht, so weit geht deine Freiheit.

Marie von Ebner-Eschenbach

 

Nur der verdient die Freiheit, wie das Leben, der täglich sie erobern muß.

Johann Wolfgang von Goethe

 

Die Knute dem Knecht - dem Freien das Recht,

dem Feigen die Kehr - dem Tapfern die Wehr,

der Memme den Tod - dem Manne jede Not.

Hans Baumann

 

 

Die Tat

Es ist nicht genug, zu wissen, man muß auch anwenden;

es ist nicht genug, zu wollen, man muß auch tun.

Johann Wolfgang von Goethe

 

Glück hat auf die Dauer nur der Tüchtige.

Moltke

 

Es ist besser, mit gutem Willen etwas schnell zu tun als untätig bleiben.

Friedrich von Schiller

 

Es soll nicht genügen, daß man Schritte tue, die einst zum Ziele führen, sondern jeder

Schritt soll ein Ziel sein und als Ziel gelten.

Johann Wolfgang von Goethe

 

Und handeln sollst du, als hinge von dir und deinem Tun allein

das Schicksal ab der deutschen Dinge

und die Verantwortung wär' dein.

Fichte

 

Bewährung des Lebens

Wem es nicht ein Genuß ist, einer Minderheit anzugöhren, welche die Wahrheit

verficht und für die Wahrheit leidet, der verdient nie zu siegen.

Lagarde

 

Wo das Größte erkämpft werden muß, da ist es billig,

daß das Schwerste übernommen werden muß.

Ernst Jünger

 

 

Volk

Wer dem deutschen Volke das Volkslied, das entschwindende, wiederbringt,

bringt ihm seine Seele wieder!

Peter Rosegger 1843-1918

 

Achte jedermanns Vaterland, aber das deine liebe!

Gottfried Keller

 

Die Sprache ist der Spiegel einer Nation. Wenn wir in diesen Spiegel schauen,

so kommt uns ein großes, köstliches Bild von uns selbst daraus entgegen.

Friedrich von Schiller

 

Wer sich selbst verläßt, der wird verlassen; das Volk, das an sich selbst verzweifelt, an dem

verzweifelt die Welt, und die Geschichte schweigt ewig von ihm. Unser Volk ist in einem

jeglichen von uns - darum lasset uns wacker sein!

Ernst Moritz Arndt

Es sind die Verschiedenheiten der Kulturen,

die für die Höherentwicklung der

Menschheit maßgeblich gewesen sind.

Konrad Lorenz

 

Jede Nation trägt in sich eine besondere Facette

des göttlichen Plans.

Alexander Solschenizyn

 

 

Heimat

Morgensonne lächelt auf mein Land,
Wälder grünen her in dunklem Schweigen.
Jedem Schatten bin ich nah verwandt,
jedes Leuchten nimmt mich ganz zu eigen.

Land, mein Land, wie leb ich tief aus dir!
Löst sich doch kein Hauch von diesen Lungen,
den du nicht vorher und jetzt und hier
erst mit deinem Hauche hast durchdrungen.

 

Deine Berge ragen in mir auf,
deine Täler sind in mich gebettet;
deiner Ströme, deiner Bäche Lauf
ist an alle Adern mir gekettet.

Steht kein Baum auf deiner weiten Flur,
der nicht Heimat wiegt mit allen Zweigen;
und in jedem Winde läuft die Spur
einer Liebe, der sich alle neigen.

Karl Bröger (1886-1944)

 

Wo dir Gottes Sonne zuerst schien, wo die seine Stere zuerst leuchteten, wo seine

Blitze dir zuerst seine Allmacht offenbarten, da ist deine Liebe, da ist dein Vaterland.

Und seien es kahle Felsen und öde Inseln und wohnen Mühe und Armut dort mit dir,

du muße das Land ewig liebhaben.

Ernst Moritz Arndt

Wer Wege zu den Völkern der Erde sucht,

der trachte, daß er darob nicht den Weg zu seinem eigenen Volk verliert.

Nur wo die Liebe zur Ferne die Liebe zur Heimat vertieft,

bringt sie Segen. Alles andere ist Schall und Rauch

und verweht im Wind.

Fritz Jöde

 

In einem freien Lande geh in die Hütten des Bauern, wenn du die stärksten

und schönsten Männer sehen willst, wenn du Haltungen und

Gebärden sehen willst, womit man vor Könige treten könnte, oder richtiger,

womit Könige auftreten sollten.

Ernst Moritz Arndt

 

Heimat! Heiliges Wort, hoch über Zeiten und Sternen.

Friede am fremdesten Ort, Trost noch in dunkelsten Fernen.

 

Schimmernder Spiegel der Welt, da sich im Rahmen der Enge

zeitlos dein Antlitz erhält, schön und in lieblicher Strenge.

 

Bild du aus blühendem Stein, wie auch die Wetter dich trafen.

Schiff meiner Sehnsucht fahr ein - immerzu winkt mir dein Hafen.

Martin Damß

 

Ein Weg durch Korn und roten Klee, darüber der Lerche Singen,

das stille Dorf, der helle See, süßes Wehen, frohes Klingen.

Es wogt das Korn im Sonnenbrand -

Sei mir gegrüßt, mein deutsches Land, du schönstes Land vor allen!

Emil von Schönaich-Carolath

 

Daß nur die Liebe nicht stirbt, die Liebe zum Land!

Daß sie das Herz noch erfüllt bis zum Rand.

Daß sie die Schritte noch lenkt und das Tun,

daß sie uns aufrecht erhält nicht zu ruh'n,

nicht müde zu sein, weil sonst verdirbt,

was einst die Heimat war.

Daß nur die Liebe nicht stirbt!

Ursel Peter

 

 

Arbeit

Der Mensch ist verehrungswürdig, der den Posten, wo er steht, ganz ausfüllt. Sei der

Wirkungskreis noch so klein, er ist in seiner Art groß.

Friedrich von Schiller

 

Alle Arten von Arbeit, sein Brot zu verdienen, sind einem ehrlichen Manne gleich anständig.

Holz zu spalten oder am Ruder des Staates zu sitzen.

Fichte

 

Alles, was wir haben, muß stehen im Dienste, wo es nicht im Dienste steht, steht's im Raub.

Martin Luther

 

Wer bewirkt, daß dort, wo bisher ein Halm wuchs, nunmehr zwei wachsen, der leistet mehr für

sein Volk als ein Feldherr, der eine große Schlacht gewinnt.

Friedrich der Große

 

Gemeinschaft

Erst da, wo die politische Zusammengehörigkeit eines Volkes zur persönlichen Freundschaft eines ganzen Volkes wird,

ist das Höchste gewonnen.

Gottfried Keller

Merkmal großer Menschen ist, daß sie an andere weit geringere Anforderungen

stellen als an sich selbst.

Marie Ebner-Escehnbach

 

Kameradschaft

Entschuldigt sich nur keiner damit, daß er in der langen Kette zu unterst stehe.

Er bildet ein Glied, ob das erste oder das letzte, ist gleichgültig. Und der elektrische Funke könnte nicht

hindurchfahren, wenn er nicht dastünde. Darum zählen sie alle für einen und einer für alle

und die Letzten sind die Ersten.

Friedrich Hebbel

 

Die Idee

Wer ein 'Warum' zu leben hat, erträgt fast jedes 'Wie'.

Friedrich Nietzsche

 

Immer liegen im Kampf Interessen und Ideale. Für den Augenblick siegen meist die Interessen,

für die Dauer immer die Ideale.

Fichte

 

Es siegt immer und notwendig die Begesierung über den, der nicht begeistert ist. Nicht die Gewalt der Arme,

noch die Tüchtigket der Waffen, sondern die Kraft des Gemütes ist es, welche Siege erkämpft.

Fichte

Eine Idee ist eine unendliche Aufgabe.

Immanuel Kant

 

 

Allerlei

Von allen Bergen zu Tale ist ein Leuchten erwacht,

flammende Frühlingsfanale durch die Osternacht!

Von allen Türmen zusammen läutet es landhinein, -

Herz, mit Glocken und Flammen bricht der Frühling herein!

Lulu von Strauß und Torney

 

Der kennt und ehret Gott, der ihm zu gleichen trachtet

und seine Stimme nie in der Natur verachtet.

Christoph Martin Wieland

 

Ein gutes Gesang wischt den Staub vom Hertzen.

Christoph Lehmann

 

Wenn wir mehr für das Vaterland leben würden,

wäre es vielleicht seltener notwendig, für es zu sterben.

Peter Rosegger

 

Erster Mai ist heute, fort Papier und Buch!

Grüner Wald, umbreite mich mit Würzgeruch!

Schlage deine Blätter mir im Weben auf:

Unsrer alten Götter Sprache steht darauf.

Martin Greif

 

Selbtbewußt und doch bescheiden, aufrecht und treu, gottesfürchtig und

wahrhaft, verschwiegen und unbestechlich soll der Soldat dem ganzen Volk

ein Vorbild männlicher Kraft sein.

'Die Pflicht des Soldaten'

 

 

 

 

 

Volkslieder sind wahrlich das, worauf der wahre Künstler, der die Irrwege

seiner Kunst zu ahnen anfängt, wie der Seemann auf den Polarstern achtet.

Johann Friedrich Reichardt 1752-1814

 

Nicht in einförmiger Allerlei, sondern in unergründlicher Mannigfaltigkeit

offenbart sich der große Weltgeist.

Paul Johann Anselm Ritter von Feuerbach

 

Nörgeln, nörgeln ist das Allerschlimmste.

Wilhem Busch